- Forschungs- und Erinnerungsarbeit zu Zwangsarbeiterschicksalen und NS-Geschichte im Harzgebiet -
1. Fachform Erinnerungskultur Bückeburg
Freitag, 23.02.2018, 15 Uhr, Altes Hallenbad, Hafenstr. 19, 31785 Hameln

verfolgt - verfemt - zerstört | Kunst im Nationalsozialismus
Samstag, 27.01.2018, 17 Uhr, Lutherkirche Bad Harzburg

Gedenkveranstaltung anlässlich des Auschwitz-Gedenktages
Samstag, 27.01.2018, 15 Uhr, Gedenkstein Stapelner Straße, Goslar

Fliegerhorst mit Walter-Krämer-Straße
Goslarsche Zeitung vom 22.11.2017

Ehrung für Walter Krämer in Siegen - wann endlich auch in Goslar?
Briefmarke für den Arzt von Buchenwald erschienen

Statt Dr.-Otto-Fricke-Platz Ehrung des "Gerechten unter den Völkern" Walter Krämer, der in Goslar ermordet wurde
Presseinformation

Erinnerungs-Konferenz in Goslar am 1.10.2016
Heimat in der Fremde - Zwangsarbeiter, Vertriebene und Flüchtlinge in Deutschland nach 1945

"Keiner kommt durch" - Jugendintegration bei Harzfahrt mit internationalen Teilnehmern aus fünf Ländern
Veranstaltung

"Keiner kommt durch" - Dietmar Schultke liest in Goslar aus seinem Buch
Erlebnisse eines DDR-Grenzsoldaten auf dem Brocken

Forschungen zur Nachkriegsgeschichte Goslars
Vortrag (Dr. Peter Schyga) und Gespräch, Donnerstag, 18. Februar 2016, 18:30 Uhr, Amsdorfhaus, Dorothea-Borchers-Str. 14, 38640 Goslar

Holocaust-Gedenktag
Lutherkirche in Bad Harzburg am 27.1.2016 um 18.00 Uhr statt

Fremde in Deutschland
Displaced Persons, Flüchtlinge und Vertrieben nach 1945 - Veranstaltung am Donnerstag, den 21. Januar 2016, 19 Uhr,
Gemeindesaal der Ev.- luth. Kirchengemeinde St. Georg, Danziger Str. 32, 38642 Goslar

Einweihung des André Mouton-Platzes in Goslar-Oker
Donnerstag, 21. Mai 2015, um 11:45 Uhr, André-Mouton-Platz

Gedenkveranstaltung am 8.5.2015 am KZ-Gedenkstein Baßgeige
17 Uhr, Gedenkstein Stapelner Straße Ecke Grauhöfer Landwehr

Gedenkveranstaltung am 9.5.2015 in Ilsede
Spurensuche Harzregion hilft bei der Wiederentdeckung der Gadenstedter Stele

70 Jahre Harzer Todesmärsche kurz vor dem Kriegsende
Gedenken im HöhlenErlebnisZentrum Bad Grund - Dienstag, 14. April 2015, 18 Uhr

10. April 1945 - Kriegsende in Goslar
Vortrag, Lesungen, Film, Gespräche - Freitag, 10. April 2015, 18 Uhr,
Goslarer Museum

Harzer Ahnenerde, Maschinen-Weule und Zwangsarbeit in Goslar
Ortsbesichtigung und Lesung am Do. 20. November 2014, 18 Uhr, Odermarkplatz (Treffpunkt)

Auschwitz und die Nachkriegszeit
Veranstaltungshinweis Mittwoch, 29. Januar 2014, 18.30,
Gemeindesaal Stephanikirche, Goslar

Holocaustgedenktag - Kranzniederlegung
Veranstaltungshinweis Montag, 27. Januar 2014, 18.00,
Trollmönch, Ecke Glockengießerstraße, Goslar

Holocaustgedenktag - Zum Gedenken an Regina Jonas
Veranstaltungshinweis Montag, 27. Januar 2014, 18.00,
Lutherkirche Bad Harzburg

Jahrestag der Harzburger Front. Veranstaltung
18. Oktober 2013, 18 h,
Haus der Kirche, Lutherstraße 7, Bad Harzburg

Veranstaltungshinweis: NS-Machtergreifung in Goslar 1933 - Mob und Elite zerstören des Menschen Recht
Vortrag am Donnerstag, den 15.08.2013 im Kino Goslarer Theater, Breite Straße, Goslar

Veranstaltung: Deutschland und Bad Harzburg 1933 - Die Zerstörung der demokratischen Republik.
Veranstaltung des Vereins Spurensuche Harzregion am 9. April 2013, 18.30 Uhr Haus der Kirche,
Luthergemeinde (Lutherstr. 7)

Haben wir alles richtig gemacht? Widerstand im KZ Buchenwald
Vorstellung der neuen Audio-CD von Bernd Langer in Goslar am 13. April 2013, 15 Uhr, Hotel Die Tanne, Bäringerstr. 10

Aufstieg, Machteroberung, Machtsicherung der NSDAP in Wernigerode - einige aktuelle Forschungsergebnisse
Einladung zum Vortragam Dienstag, dem 3. Juli 2012 um 19.00 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte am Veckenstedter Weg, Wernigerode

"Und dann fangen wir von vorne an"
Aus dem Leben des 96-jährigen deutschen jüdischen kritischen Kommunisten Prof. Theodor Bergmann. Film und Gespräch. Mi. 11. Juli 2012 18. 00 Uhr Wandelhalle Bad Harzburg

Harzburger Front: Präsentation der Ausstellung im Kreishaus Goslar
In der Zeit vom 24.04. bis zum 03.05. wird die Ausstellung im Kreishaus des Landkreises Goslar gezeigt.

Harzburger Front: Präsentation der Ausstellung in der Synagoge Celle
Auf Einladung des Stadtarchivs Celle ist die Ausstellung vom 26. Januar bis zum 1. April 2012 der Celler Synagoge zu sehen.

Harzburger Front: Ausstellung wird während der Antifawoche der IGMetall in Wolfsburg gezeigt
Ausstellungseröffnung: 06.11.11 17:00Uhr, Gewerkschaftshaus Wolfsburg

Harzburger Front: Erinnern an die Harzburger Front von 1931
Veranstaltungsreihe

Harzburger Front: Ausstellung wird in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora gezeigt
27. Sept. bis 31. Okt. 2011

Wer kennt Dr. Paul Bosse
Anfragen an die Redaktion

Austellung zur Harzburger Front in Wolfenbüttel
Veröffentlichung zweier Vorträge aus dem Begleitprogramm

Die Ausstellung in der Wandelhalle in Bad Harzburg
Interview mit Dr. Peter Schyga und Markus Weber auf TV38

Mutwillige Beschädigung der Ausstellung zur "Harzburger Front" in Bad Harzburg. Eine antisemitisch motivierte Aktion?
Pressemitteilung

Harzburger Front: Das Ende der Ausstellung in der Wandelhalle
Neue Konzeptionen in Angriff genommen

Harzburger Front: Zerstörung einer Tafel in der Ausstellung
Ein politisch motivierter Anschlag?

Ausstellung zur Harzburger Front wird in Wolfenbüttel gezeigt
12. Mai bis 4 Juli 2011,
Große Schule, Wolfenbüttel

Verein Spurensuche Harzregion e.V. tagt am 29.3.2011 um 18 Uhr in Seesen
Seesener Stadtgeschichte um ein wichtiges Kapitel ergänztg

Ausstellung zur Harzburger Front in Wernigerode
Presseberichterstattung

Das Treffen der Nationalen Front
Dokumentation aller Artikel und Meldungen der Goslarschen Zeitung

Die Ausstellung "Harzburger Front. Im Gleichschritt zur Diktatur" wird in Hannover gezeigt
7. bis 25. M&auuml;rz 2011,
Volkshochschule Hannover

Die Ausstellung "Harzburger Front. Im Gleichschritt zur Diktatur" wird in Wernigerode gezeigt
20. Januar bis 18. Februar 2011, Hochschule Harz

Eine Bilanz: Die Ausstellung zur Harzburger Front in Braunschweig
Die Doppelausstellung "Harzburger Front. Im Gleichschritt zur Diktatur" des Vereins Spurensuche Harzregion und "Rechtsextremismus Heute" der ARUG im Braunschweigischen Landesmuseum - eine kurze Bilanz.

Feierstunde zur 200. Wiederkehr der Einweihung des Jacobstempeks
Fr. 12. November 2010, 11.00 Uhr, Aula des Schulzentrums Seesen

Spuren jüdischen Lebens in Bad Harzburg
Do. 27. Oktober 2010, 19.00 Uhr, Vortrag und Gespräch in der Wandelhalle Bad Harzburg

Ausstellung der "Harzburger Front" in Braunschweig eröffnet
Dokumentation der Eröffnungsrede von Dr. Peter Schyga

Vorträge zur Ausstellung der "Harzburger Front" in Braunschweig
Termine zur Vortragsreihe und Flyer

"Erziehung von Rechts?" - Chancen und Mäglichkeiten einer zivilgesellschaftlichen Prävention
Seminar in der JH Goslar vom 01. bis zum 02.10.2010

Ausstellung "Harzburger Front" in Braunschweig
19.09.-19.12.2010, Eröffnung 19.09.2010, 11 Uhr, Braunschweigisches Landesmuseum

"Kuhle Wampe"
Film in der Wandelhalle Bad Harzburg am 13. April 2010um 18:00 Uhr

Radiomitschnitt: Erntedank und "Blut und Boden" - Bückeberg/Hameln und Goslar 1933 bis 1938
Interview mit Dr. Peter Schyga auf Radio Tonkuhle

Lesung und Debatte: Schygas Buch "Kirche in der NS-Volksgemeinschaft"
Veranstaltung am 18.02.2010, Buchhandlung Tippach

Die Ausstellung "Harzburger Front" geht auf Reisen
Im niedersächsischen Landtag vom 22.02.2010 bis 05.03.2010

Webseite zur Ausstellung "Harzburger Front - Im Gleichschritt in die Diktatur
www.harzburger-front.de

Grüne Sternwanderung auf den Brocken
Aktion am 31. Januar 2010 - Pressemitteilung

"Jugend auf der Spur von Vielfalt und Kultur"
Ein Workshop der Jugendherberge Goslar

Onlinemeldeformular für Niedersachsen
Meldestelle Rechtsextremismus

Harzburger Front - Zeitzeugen berichten
Pressemitteilung und Einladung

Harzburger Front - Veranstaltung zum Jahrestag
Freitag, 16. Oktober 2009, 15-18 Uhr, Wandelhalle/Badepark

Ausstellungseröffnung - Erntedank und "Blut und Boden"
Pressemitteilung

Ausstellung - Erntedank und "Blut und Boden"
Goslarer Museum, 04. Oktober - 01. Nov

Heilsame Unruhe - erfüllte und enttäuschte Hoffnungen
Veranstaltung am 10. Oktober 2009 um 19:00 Uhr in Wernigerode

Mahn- und Gedenkstätte Wernigerode
Neuregelung der Öffnungszeiten in der Mahn- und Gedenkstätte Wernigerode

"Im Gleichschritt zur Diktatur"
Neue Ausstellung zur Harzburger Front

Harzburger Front. Im Gleichschritt in die Diktatur
Ausstellungseröffnung

Veranstaltung: Amsdorfabend
Peter Schyga. Goslarer Kirchengemeinden gegen Blut-Boden-Rasse-Fundamentalismus

Von der Harzburger Front zur Diktatur
Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe "Ausstellung Harzburger Front von 1931" veranstalteten wir am 15. Apr 2008 im Rathaus Bad Harzburg...

Besuch ehemaliger Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Seesen 2008
Vom 27.3.-1.4.2008 sind auf Einladung unseres Vereins und der Stadt Seesen ehemalige polnische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Harz zu Besuch.

Video: Einmarsch US-amerikanischer Truppen in Langelsheim und in Goslar
Dieses Video zeigt den Einmarsch US-amerikanischer Truppen in Langelsheim und in Oker.

65. Jahrestag der Ermordung von Walter Krämer und Karl Peix
Veranstaltungsbericht

Harzburger Front 1931
Fanal zur Zerstörung einer demokratischen Republik

Holocaust-Gedenktag 2006
Bericht über die Veranstaltung in Clausthal-Zellerfeld

Holocaust-Gedenktag 2005
Bericht über die Veranstaltung in Mönchehof

Sprengstoff im Oberharz
Stadterkundung zur Clausthal-Zellerfelder NS-Geschichte

NS-Zeit in Vienenburg
Bitte um Unterstützung

Zur antifaschistischen Geschichte im Südharz
Ein Überblick über die NS-Zeit und antifaschistische Tätigkeiten in Bad Lauterberg

Prof. Walter Schoenichen in Goslar
Wer war Prof. Walter Schoenichen?

"Gebt uns unsere Würde wieder - Kriegsproduktion und Zwangsarbeit in Goslar 1939 - 1945"
Die KZ-Mahn- und Gedenkstätte Wernigerode zeigt derzeit unsere Sonderausstellung

Harzer Gedenktag 2005 für die Opfer des Nationalsozialismus in Seesen-Münchehof
Vorträge mit begleitender Wandtafelausstellung und Diskussionen zu Ereignissen und Plätzen nationalsozialistischen Unrechts und Zwangsarbeit in Münchehof und Umgebung.

GZ: Plagge kämpfte für seine Juden
Vortrag über einen gerechten unter den Völkern - "Ich habe getan, was mir erlaubt war"

Geschichte des KZ-Außenkommandos aufarbeiten
CvD-Gymnasium schließt Patenschaftsvertrag mit Verein Spurensuche

Spurensuche Goslar - wir über uns
"Die sich des Vergangenen nicht erinnern, sind dazu verurteilt, es noch einmal zu erleben."

Akteneinsicht für unsere Recherchen verweigert
Preussag und Borchers/H.C. Starck: Akteneinsicht für unsere Recherchen verweigert

Spurensuche Goslar in der Bundestagsdebatte
Vom Sep 1999 bis Juni 2000 haben wir im Goslarer Museum auf 10 Schautafeln unsere Ausstellung "Zwangsarbeit in Goslar 1939 - 1945" präsentiert...

Schnelle Hilfe tut not - was kann ich tun?
Viel zu lange spielten viele deutsche Unternehmen ganz offensichtlich auf Zeit.

Einweihung des Gedenksteins am Standort des ehemaligen KZ-Lagers Goslar nahe dem Fliegerhorst Goslar
Am 21. Juni 2002 mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben...

Erinnerungsstätten im Landkreis Goslar
Unser zweites Anliegen ist die Schaffung von Erinnerungsstätten zur Zwangsarbeit und zum NS-Geschehen in Goslar...

Aktuelle Projekte - machen Sie mit!
Wir beteiligten uns an der Ausrichtung des bundesweiten Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus...

20 Jahre Spurensuche Harzregion - Feier im Großen Heiligen Kreuz am 5. November 2018 - Rede Dr. Peter Schyga, Verein Spurensuche Harzregion

Peter Schyga: Rede bei der Veranstaltung 20 Jahre Spurensuche am 5.11.2018 im Großen Heiligen Kreuz, Goslar



Anrede, OB, Landrat,
sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde.

Im Namen des Vereins Spurensuche Harzregion, bedanke ich mich für Ihr /euer Kommen, für das Interesse, an unserer Veranstaltung zu 20 Jahre Spurensuche teilzuhaben, und Ihnen Herr Oberbürgermeister Junk und Ihnen Frank Heine mein besonderer Dank, hieran aktiv mitzuwirken.

Kurz zum Ablauf des Abends, wie wir ihn uns vorgestellt haben: Herr OB Dr. Junk wird gleich eine kurze Ansprache halten und Frank Heine danach die Eloge singen - er hat eine überraschung versprochen, angedroht - wer weiß. Bernd Krage Sieber wird diesen Sprechteil mit einem Lied beenden und danach sind Sie eingeladen zum Gespräch bei Knabberkram und Trank - Aufnahmeanträge für unseren Verein liegen übrigens genug aus.

Sie alle sind es von uns gewohnt, dass wir inhaltlich etwas zu sagen haben, das soll heute kurz und knapp nicht anders sein: Nur möchte ich erst einmal meinen Dankmarathon absolvieren, was ich heute übrigens gern tue. Denn wir hätten kaum einen Grund zu feiern, wenn wir nicht von etlichen Menschen in dieser Stadt und der Region während all dieser Jahre tatkräftige Unterstützung, Zuspruch und Aufmunterung erfahren hätten, unseren Weg zu gehen.

Ohne mit 1., 2., 3. irgendeine Sympathierangfolge uns gegenüber formulieren zu wollen: Die Hauptabteilung Kultur der Stadt - ich nenne das mal so -, heute namentlich Christoph Gutmann und sein Team im Museum und mit Herrn Abers im Archiv, zu Beginn ganz sicher Heidi Roch-Stübler als zäh so manchen Widerstand zähmende engagierte Frau, alle haben uns die ganzen Jahre solidarisch - auch kritisch - begleitet. Ich erinnere nur an die erste Ausstellung zur Zwangsarbeit in Goslar, die wir im Museum zeigen konnten, weitere folgten - und heute dürfen wir in diesem städtischen Raum unsere kleine Feier abhalten. Herr Albers musste seine Teilnahme heute leider absagen: ohne Archiv und deren zuvorkommende Mitarbeiter geht bekanntlich gar nichts in der Geschichtsforschung - mein Dank dafür.

Die GZ, namentlich die Redakteure Heinz Georg Breuer und Frank Heine haben von Anfang an mit Interesse und kritischer, manchmal bissiger aber nie - oder habe ich was verdrängt? - bösartiger Berichterstattung eine öffentlichkeit für unsere Arbeit hergestellt, ohne die wir kaum hätten so agieren könne, wie wir es taten und tun, nämlich nicht im stillen Kämmerlein, sondern öffentlich und dort auch ruhig kontrovers. Für Ina Seltmann und Werner Beckmann aus der Bad Harzburg Redaktion gilt das Gleiche.

Mit dem DGB Goslar kooperieren wir von Beginn an. Der Stadtführer zu den Stätten von Verfolgung und Widerstand im Goslar der NS-Zeit, mehrfach neu aufgelegt, ist nur ein Zeugnis davon.

Die fruchtbaren Verbindungen zu Personen und Initiativen in der ganzen Region, zu Seesen, Clausthal, Bad Lauterberg, zur Südharzregion, auch zu Wernigerode und Umgebung, ganz besonders aber zu Bad Harzburg haben dazu beigetragen, das Bild von Zeitgeschichte in der Region durch präzise Forschung und engagierte Vermittlung zu verändern.

Mit Herrn Liersch und seiner Propstei hatten wir vor 10 Jahren in der Marktkirche gemeinsam eine bedeutende und folgenreiche Ausstellung zur Reichpogromnacht auf die Beine gestellt, ein paar Jahre später - wieder im Museum - eine Ausstellung zum Erntedank in Goslar und auf dem Bückeberg. Auch diese hallt in den gegenwärtigen Auseinandersetzungen um die Einrichtung eines Dokumentationszentrums auf dem Bückeberg bei Hameln inhaltlich noch nach. Mit dem Geschichtsverein, von dessen Führung wir lange Zeit als unliebsame und störende Konkurrenz betrachtet wurden - wer weiß warum auch immer -, arbeiten wir inzwischen produktiv zusammen. Herr Piegsa hat sich wegen Urlaubs entschuldigt, der sei ihm herzlich gegönnt.

Wer bei meinem Dank nun wirklichen nicht fehlen darf, sind die Mitglieder von Spurensuche. Einige sind seit der Gründung aktiv dabei, etliche sind hinzugekommen und leisten ihren von der öffentlichkeit oft nicht sichtbaren Beitrag für unsere Arbeit. Alle stehen im Beruf und sind verbandlich oder politisch anderswo engagiert, finden aber die Kraft bei Spurensuche mitzuwirken. In diesem Zusammenhang muss ich Friedhart Knolle für seine Abwesenheit heute entschuldigen. Friedhart ist NGO-mäßig wegen eines Nationalparkprojekts an der Grenze zwischen Algerien und Tunesien unterwegs.

Und mein besonderer Dank gilt heute einem aktiven Nichtmitglied. Eberhrad Högerle begleitet uns als professioneller Designer seit Jahren. Ohne ihn wären die Ausstellung zur Harzburger Front - inklusive Katalog - oder die Bad Harzburger Geschichtspunkte kaum realisiert worden. Lassen Sie mich hier und heute auch an unsere verstorbenen Gründungsmitglieder Wolfgang Janz und Renate Ristig erinnern, die beide dem ersten Vorstand des Jahres 1998 angehörten. Und - mit bitte um Nachsicht bei allen, die ich nicht explizit erwähnt habe -: ohne die finanzielle Unterstützung von Spendern und Stiftungen aus der Region - ich nenne hier stellvertretend die Bad Harzburg Stiftung - hätte gar nichts auf die Beine gestellt werden können.

Das finanzielle und auch fachliche Engagement der Stiftung niedersächsische Gedenkstätte muss und will ich herausstellen, insbesondere die Zusammenarbeit mit Arnold Jürgens und Rolf Keller. Ihnen sei unser Dank für die jahrelange sachkundige und hilfreiche Unterstützung ausgesprochen.

Wir haben uns 1998 mit einem kleinen Heft unter dem damals ziemlich vermessen klingenden Titel "Dem Vergessen Einhalt gebieten" der öffentlichkeit mit unseren Zielen und in Angriff zu nehmenden Aufgaben vorgestellt. Darin hieß es plakativ: "Es hat im Vorfeld der Vereinsgründung öffentlich Kritik zu Zielen und Aufgaben des Vereins gegeben. Diese Kritik reichte von produktiver Skepsis bis zur Leugnung des Geschehenen. Sich der Vergangenheit zu stellen, um seine Aufgabe als Staatbürger in einem freiheitlichen Rechtssatt in einem zusammenwachsenden Europa wahrnehmen zu können, halten wir für eine Selbstverständlichkeit."

Vernehmlich gebrüllt, Stubentiger, könnte man retrospektiv urteilen, und alles wird gut, wenn die Zeiten politisch nicht nur unübersichtlicher, sondern für den Charakter unserer Demokratie gefährlicher werden würden. Damals mussten wir uns mit anderen dem geschichtsvergessenen Spruch: "Was sind schon zwölf Jahre in der über 1.000 -jährigen Geschichte der Stadt" mit Forschung und im öffentlichen Streit widersetzen. Ich denke, dass wir über die 20 Jahre damit einiges bewirkt haben. Und ich denke, dies konnte leidlich gelingen, weil wir quellen- und wissensgestützte Arbeit an Zeitgeschichte immer als politischen Auftrag verstanden haben - zumindest haben wir das versucht.

Ich möchte nur ein einziges Beispiel nennen: Wir haben mit großer Unterstützung und aktiver Beteiligung der örtlichen Bürger*innengesellschaft die Ausstellung zur Harzburger Front von 1931 in Bad Harzburg und als wanderndes Exponat in vielen Orten gezeigt. Dort haben wir, ohne uns in Analogien zu verirren, dargestellt, wie das Bündnis der bürgerlich-nationalen Eliten mit Hitler zur Zerschlagung der demokratischen Republik geschmiedet wurde.

Ich erinnere mich sehr gut an eine Reaktion von Ludwig Hoffmann, erster und langjähriger Bürgermeister von Wernigerode nach der Wende, der angesichts der Erfahrungen mit der NDP in seiner Stadt und im Landkreis die Parallelen von gewalttätiger Sprache, von Begriffen rassistischer und völkischer Ausgrenzung, der überheblichen Selbstermächtigung zum Volk gestern und heute betonte. Gauland war damals noch in der CDU, Höcke blieb mit seinem völkischen Geschichtsrevisionismus im Klassenzimmer - schlimm genug. Doch heute greift die historische Ignoranz, massiv und bundesweit Jahrzehnte erarbeiteter bundesdeutscher Erinnerungskultur und -politik an, pöbelt respektlos gegen Wissen und Argument, schwadroniert von "deutschem Soldatenstolz" und preist deutsche Leitkultur gegen überfremdung an.

Aleida Assmann hat dazu in ihrer Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels an sie und ihren Mann Jan gesagt: "Die Nation ist kein Heiliger Gral, der vor Befleckung und Entweihung - Stichwort Vogelschiss - zu retten ist, sondern ein Verbund von Menschen, die sich auch an beschämende Episoden ihrer Geschichte erinnern und Verantwortung übernehmen für die ungeheuren Verbrechen, die in ihrem Namen begangen wurden." (zit. n. SZ v.15.10.2018)

Ausdrücklich bezogen sich beide auf ein Vorgängerpaar: Den Preisträger von 1958 Karl Jaspers und seine Laudatorin Hannah Arendt, die nach dem Zivilisationsbruch der NS-Zeit um die Humanitas in Politik und Gesellschaft gerungen haben. Aneignen von Wissen, Schaffung von Erkenntnis, öffentliche und argumentative Debatte unter der unabweisbaren Prämisse, dass der Mensch das Recht hat, Mensch zu sein, dass dies Menschenrecht und Menschenwürde ausmacht, die nicht ein Gran zur Debatte stehen dürfen.

Das ist der Grundsatz, von dem sich Arbeit an Geschichte in einer reflektierenden und in ihrem demokratischen Selbstverständnis sich immer wieder selbst verständigenden Gesellschaft leiten lassen muss.

Wir haben das die letzten 20 Jahre versucht und wir sind willens und von ungebremstem Tatendrang - trotz der im Alter zunehmenden Zipperlein -, dies mit Ihrer Hilfe und Ihren Interventionen in öffentlicher Debatte fortzusetzen. So lade ich Sie deshalb am 9. November zum Gedenken und Nachdenken anlässlich des 80sten Jahrestags der Reichspogromnacht von 1938 um 17 Uhr nach Bad Harzburg in den Badepark und danach ins Gemeindehaus der Lutherkirche ein. Vielen Dank.



| verein || spurensuche || 20 jahre || rede || peter schyga || || 749 Mal gelesen, zuletzt am 20.01.2020 um 16:35:53 |