- Forschungs- und Erinnerungsarbeit zu Zwangsarbeiterschicksalen und NS-Geschichte im Harzgebiet -
"Meine jüdischen Eltern - meine polnischen Eltern"
Veranstaltungen anlässlich des Holocaust-Gedenktages 2022

Ausstellung, 16.-30.01.2022, Haus der Kirche, Luthergemeinde, Bad Harzburg

Gegen das Vergessen - Gedenken an die Reichspogromnacht
Dienstag, dem 09. November um 16:00 Uhr vor dem ehemaligen "Judenhaus" (am Trollmönch 3/Ecke Glockengießerstraße), Goslar

Einweihung einer Gedenkplatte in Erinnerung an Walter Krämer im Fliegerhorst
Samstag, 6. November 2021 um 11 Uhr am Kreisel in der Walter-Krämer-Straße neben dem Verbindungsweg zum Mittelkamp im Fliegerhorst, Goslar

Andrea Röpke. Lesung und Diskussion. Rechte Raumnahme - Ziele, Vorgehen und Gegenstrategien
Donnerstag, 07. Oktober 2021, 19 Uhr, Begegnungsstätte Oker, Talstraße 3, Goslar

Vortrag im Rahmen der Veranstaltungreihe "Erinnern":
Das historische Ereignis von Oktober 1931 in Bad Harzburg:
Geschehen, Folgen, Auftrag für heute.

Dienstag, 16. November 2021, 18.00 Uhr, Wandelhalle Badepark - Veranstaltungsreihe: Erinnern als Aufforderung zum Ringen um die demokratische Republik heute.

Vortrag im Rahmen der Veranstaltungreihe "Erinnern":
Die extreme Rechte und rechte Gewalt - Ein Blick in die Region

Dienstag, 9. November 2021, 18.00 Uhr, Wandelhalle Badepark - Veranstaltungsreihe: Erinnern als Aufforderung zum Ringen um die demokratische Republik heute.

Ausstellung im Rahmen der Veranstaltungreihe "Erinnern":
"Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen"

Dienstag, 2. November 2021, 18.00 Uhr, Aula der BBS Bad Harzburg, Wichernstr. 6 - Veranstaltungsreihe: Erinnern als Aufforderung zum Ringen um die demokratische Republik heute.

Vortrag im Rahmen der Veranstaltungreihe "Erinnern":
Antisemitismus in Niedersachsen ? einst und heute

Sonntag, 24. Oktober 2021, 14.00-17.00 Uhr, Wandelhalle Badepark - Veranstaltungsreihe: Erinnern als Aufforderung zum Ringen um die demokratische Republik heute.

Veranstaltungsreihe: Erinnern als Aufforderung zum Ringen um die demokratische Republik heute.
Der Verein Spurensuche Harzregion e.V. lädt gemeinsam mit Kooperationspartnern zu einer Veranstaltungsreihe und Ausstellung anlässlich des Treffens der Weimarer Demokratiefeinde zur Harzburger Front vor 90 Jahren:

Der Termin in Kürze: "Das Oberbergamt Clausthal-Zellerfeld im Dritten Reich" - Vortragsabend mit anschließender Podiumsdiskussion
Vortragsabend und Podiumsdiskussion am 02.12.2019, 19:30, Kaiser-Wilhelm-Schacht, Erzstraße 24, Clausthal-Zellerfeld

Rundgang über den Goslarer Friedhof
Rundgang, Friedhof Goslar, Hildesheimer Straße, 30. August 2019, 16 Uhr

Koscher Kuren? Jüdische Kurgäste in Bad Harzburg - Eine Doppelveranstaltung am Samstag, 29. Juni 2019 in Bad Harzburg
Stadtrundgang und Vortrag am 29. Juni 2019 ab 15 Uhr in Bad Harzburg

Gedenken an die Opfer der Überfälle von SA und SS auf jüdische Bürgerinnen und Bürger in Bad Harzburg
Gedenkveranstaltung, Freitag, 9. November 2018, Bad Harzburg

Geschichte der Rüstungsproduktion der Pulverfabrik Kunigunde bis zum Ende des 2. Weltkrieges
Vortrag des GHV - Geschichts- und Heimatvereins Dörnten e.V.

Film - Wir sind die Juden von Breslau
Filmvorführung am Sonntag, 28.10.2018 um 17:30 im Goslarer Theater, Breite Straße 78, Goslar

Einladung - 20 Jahre Spurensuche
05.11.2018, 19 Uhr, im Großen Heiligen Kreuz, Goslar

"Rechtsextremismus im Nachkriegsdeutschland der Region Nordharz"
Vortrag von Dr. Peter Schyga, 24.05.2018 18:30, ehem. Standesamt Goslar

"Die blutige Rosa? Terror und Gewalt in der Politik von Rosa Luxemburg"
Vortrag mit Dr. Jörn Schütrumpf, 04.05.2018 19:99, Restaurant Platon, Bäringerstr. 6, Goslar

"Die 'Harzburger Front' von 1931 und heutiger Rechtsextremismus - Parallelen und ideologische Wurzeln"
Vortrag von Markus Weber, 03.05.2018 18:30, ehem. Standesamt Goslar

Arbeiten für Großdeutschland - Teil 3

Stadtarchiv Bad Lauterberg
KptLt a.D. Helmut Lüder

Herkunft, Altersstruktur und Geschlechterverteilung

In Bad Lauterberg waren in den Jahren 1939 bis 1946 insgesamt 4259 Ausländer aus 21 Nationen gemeldet, bzw. zeitweilig gemeldet. Drei Nationalitätsangaben mit insgesamt 25 Personen sind jedoch nicht genau zu bezeichnen. Die 66 Volksdeutschen wurden in diese Zahl mit einbezogen und als solche auch bezeichnet.


Bild vergrößern

Die prozentuale Aufteilung der Herkunftsländer und die Anteile der einzelnen Nationalitäten zeigt die nächste Abbildung.


Bild vergrößern

Das sich aus diesen Zahlen ergebene Bild der Herkunftsländer und Anteile der einzelnen Nationalitäten20 entspricht prozentual in etwa dem, was für das gesamte Deutsche Reich galt. Erheblich höher war allerdings der Anteil der sowjetischen Arbeitskräfte in Bad Lauterberg 45,3% im Gegensatz zu knapp 33% im gesamten deutschen Machtbereich. Der Anteil der polnischen Arbeitskräfte in Bad Lauterberg 9,4% lag etwa 10% niedriger als im Reich und den besetzten Ländern. Die Nationalitäten, die nur einen geringen Anteil am Ausländeraufkommen hatten, wurden unter dem Begriff "Sonstige" zusammengefaßt. Niederländische und belgische Staatsbürger wurden ebenfalls gebündelt, da die teilweise in die Meldekarten eingetragene Nationalität "Flame" manchmal zweideutig war.

Bei der Altersstruktur ist zu bemerken, daß sie durch einen erheblichen Anteil junger und sehr junger Ausländer geprägt war und keinesfalls den Durchschnitt einer normalen erwerbstätigen Bevölkerung abbildet. Insgesamt liegen zu 4216 Ausländern die hier zum Arbeitseinsatz herangezogen wurden die Geburtsdaten bzw. die Geburtsjahre vor. Ausländer mit "unbekannten" Personenstandsdaten gingen in die Aufstellung nicht mit ein. Die Auswertung liefert aber trotzdem ein einigermaßen realistisches Bild.


Bild vergrößern

Die Jahrgänge 1919(x) bis 1927(x) stellten das Gros der ausländischen Arbeitskräfte. Diesen Jahrgängen entstammten 2406 Personen. Mehr als die Hälfte der Arbeiter waren zu Beginn ihres Einsatzes im Bad Lauterberg zwischen 15 - 23 Jahre alt. Am zahlreichsten waren die Geburtsjahrgänge 1922(y) bis 1924(y) vertreten. In 4 Einzelfällen waren die eingesetzten Ostarbeiterinnen und Polinnen 12 Jahre alt. Es ist allerdings nicht mehr nachzuvollziehen, ob dieses ein fehlerhafter Eintrag in der Meldekartei war oder ob die dort eingetragene Berufsbezeichnung "Arbeiterin" im Metallwerk Odertal auch tatsächlich zutraf.

Als Beispiel ist hier der Geburtsjahrgang 1924 dargestellt, er umfaßte 203 männliche und 226 weibliche ausländische Arbeitskräfte. Mit Beginn des Arbeitseinsatzes im Jahr 1942 betrug das Durchschnittsalter der ausländischen Arbeiter 18 Jahre.


Bild vergrößern

Der Anteil an Ostarbeitern und Polen des Jahrganges 1924 war, mit 64,8% überdurchschnittlich hoch im Gegensatz zu den anderen Nationen, welche zusammen im Schnitt 35,2% erreichten. Auch der Anteil der weiblichen Arbeitskräfte erreichte mit 52,7% einen hohen Wert. Im Vergleich dazu ein statistischer Wert aus dem Kreis Osterode aus dem Jahr 1938. Danach betrug bei den gewerblichen Arbeitern der Anteil der deutschen weiblichen Arbeitnehmerinnen nur 26%21.

Der starke Anteil von weiblichen Ostarbeitern hatte folgende Gründe. Die Deutsche Arbeitsfront (DAF) begleitete den Arbeitseinsatz von Ausländern und vor allem der Ostarbeiter durch ständige Beobachtung. Die Auswertung oblag dem "Arbeitswissenschaftlichen Institut" der DAF, welches 1944 eine Broschüre22 zum Thema Ostarbeitereinsatz heraus gab. Darin findet sich eine generelle Beurteilung der Eigenschaften männlicher und weiblicher Ostarbeiter. Während die Männer als passiv und träge galten, hielt die DAF die sowjetischen Frauen für regsamer, kultivierter, geschickter, gebildeter und leistungsfähiger. Die DAF nahm an, daß die sowjetische männliche Bildungselite nicht für den Einsatz in Deutschland zur Verfügung stand, entweder weil sie mit der Roten Armee abgezogen war, oder weil sie in den besetzten Ostgebieten selbst durch deutsche Behörden eingesetzt wurde. Bei Frauen wurden solche Besonderheiten nicht festgestellt.

Fußnoten
20 Spörer, Zwangsarbeit, P. 220-222.
21 Der Ausländereinsatz im Landkreis Osterode 1939 - 1945, C.H. Gattermann, P. 36.
22 Arbeitswissenschaftliches Institut der Deutschen Arbeitsfront (Hg.) Arbeitseignung und Leistungsfähigkeit der Ostarbeiter in Deutschland, Berlin 1944.



| bad lauterberg || regionalgeschichte || zwangsarbeit || || 5063 Mal gelesen, zuletzt am 25.05.2022 um 20:38:20 |